KI-Nutzung

KI in Kundenprojekten: So nutzt ihr KI ohne Bauchschmerzen

KMU können KI rechtmäßig für Kundenleistungen einsetzen. Aber welche Anforderungen stellt die KI-Verordnung? Ein praktischer Leitfaden.

Letzte Aktualisierung: Februar 2026

Das Wichtigste in 30 Sekunden:
  • KI ist nicht nur für Konzerne – tausende KMU nutzen sie bereits
  • Wer KI einsetzt, wird automatisch zum Betreiber im Sinne der KI-Verordnung
  • Transparenzpflicht: Kunden müssen wissen, wenn sie mit KI interagieren
  • Dokumentation: Einsatzzweck und Risiken erfassen
  • Datenschutz: DSGVO beachten, besonders bei US-Tools

Der Mythos: KI ist nur was für Konzerne

Falsch. Tausende kleine und mittlere Unternehmen nutzen bereits KI-Technologien – oft unbewusst:

  • Chatbots für Kundenservice
  • Automatische Rechnungsprüfung
  • Produktvorschläge im Online-Shop
  • KI-gestützte Texterstellung

Die entscheidende Frage ist nicht mehr ob, sondern wie ihr KI richtig einsetzt.

Eure Verantwortung als Betreiber

Wer KI-Systeme einsetzt – auch wenn sie von Dritten stammen – wird automatisch zum "Betreiber im Sinne der KI-Verordnung". Die EU-Regulierung zu ignorieren birgt Risiken für:

  • Euer Unternehmen (Bußgelder)
  • Eure Kundenbeziehungen (Vertrauensverlust)
  • Eure Wettbewerbsposition (rechtliche Unsicherheit)

Was KI in Kundenprojekten kann

Anwendung Beispiel
Chatbots Automatisierte 24/7-Kundenbetreuung
Texterstellung Marketing- und Korrespondenztexte
Datenanalyse Mustererkennung und Empfehlungen
Bild- und Spracherkennung Support und Qualitätssicherung

Rechtliche Anforderungen

1. Transparenzpflicht

Kunden müssen informiert werden, wenn sie direkt mit KI interagieren.

Beispiel: "Diese Fragen beantwortet ein KI-System."

Ausnahme: Wenn ihr KI-Entwürfe selbst überarbeitet, ist keine Kennzeichnung nötig – ihr übernehmt die Verantwortung.

2. Risikobewertung

Dokumentiert für jedes KI-System:

  • Einsatzzweck der KI
  • Risikokategorie gemäß KI-Verordnung

3. Dokumentation

Bei Hochrisiko-Systemen – etwa automatisierte Bewerbungsablehnungen – muss die Entscheidungsfindung erklärbar sein.

4. Datenschutz (DSGVO)

Viele US-amerikanische KI-Systeme verarbeiten Daten außerhalb der EU. Empfehlung: Personenbezogene Daten anonymisieren, bevor sie an KI-Tools gehen.

Praktische Umsetzung

1. Bewusste Tool-Auswahl

Nutzt nur Tools, bei denen Herkunft, Funktionsweise und Datenverarbeitung nachvollziehbar sind.

2. Dokumentation

Erfasst für jedes Tool:

  • Name und Einsatzzweck
  • Betroffene Kundendaten
  • Auswirkungen auf Kunden
  • Personenbezogene Daten (ja/nein)

3. Pragmatische Risikobewertung

Vereinfachte Formate reichen für KMU. Wichtig ist die strukturierte Durchdenkung – nicht die Form.

4. Offene Kommunikation

Transparenz schafft Vertrauen – den größten Wettbewerbsvorteil. Misstrauen gefährdet Kundenbeziehungen.

Fazit

Die KI-Verordnung ist für KMU umsetzbar – auch ohne eigene Rechtsabteilung. Ihr braucht:

  • Einen Überblick über eure KI-Systeme
  • Dokumentation von Zweck und Risiken
  • Transparenz gegenüber Kunden
  • Bewusstsein für Datenschutz

Mit einem strukturierten Plan wird Compliance machbar – und zum Wettbewerbsvorteil.

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