- KI ist nicht nur für Konzerne – tausende KMU nutzen sie bereits
- Wer KI einsetzt, wird automatisch zum Betreiber im Sinne der KI-Verordnung
- Transparenzpflicht: Kunden müssen wissen, wenn sie mit KI interagieren
- Dokumentation: Einsatzzweck und Risiken erfassen
- Datenschutz: DSGVO beachten, besonders bei US-Tools
Der Mythos: KI ist nur was für Konzerne
Falsch. Tausende kleine und mittlere Unternehmen nutzen bereits KI-Technologien – oft unbewusst:
- Chatbots für Kundenservice
- Automatische Rechnungsprüfung
- Produktvorschläge im Online-Shop
- KI-gestützte Texterstellung
Die entscheidende Frage ist nicht mehr ob, sondern wie ihr KI richtig einsetzt.
Eure Verantwortung als Betreiber
Wer KI-Systeme einsetzt – auch wenn sie von Dritten stammen – wird automatisch zum "Betreiber im Sinne der KI-Verordnung". Die EU-Regulierung zu ignorieren birgt Risiken für:
- Euer Unternehmen (Bußgelder)
- Eure Kundenbeziehungen (Vertrauensverlust)
- Eure Wettbewerbsposition (rechtliche Unsicherheit)
Was KI in Kundenprojekten kann
| Anwendung | Beispiel |
|---|---|
| Chatbots | Automatisierte 24/7-Kundenbetreuung |
| Texterstellung | Marketing- und Korrespondenztexte |
| Datenanalyse | Mustererkennung und Empfehlungen |
| Bild- und Spracherkennung | Support und Qualitätssicherung |
Rechtliche Anforderungen
1. Transparenzpflicht
Kunden müssen informiert werden, wenn sie direkt mit KI interagieren.
Beispiel: "Diese Fragen beantwortet ein KI-System."
Ausnahme: Wenn ihr KI-Entwürfe selbst überarbeitet, ist keine Kennzeichnung nötig – ihr übernehmt die Verantwortung.
2. Risikobewertung
Dokumentiert für jedes KI-System:
- Einsatzzweck der KI
- Risikokategorie gemäß KI-Verordnung
3. Dokumentation
Bei Hochrisiko-Systemen – etwa automatisierte Bewerbungsablehnungen – muss die Entscheidungsfindung erklärbar sein.
4. Datenschutz (DSGVO)
Viele US-amerikanische KI-Systeme verarbeiten Daten außerhalb der EU. Empfehlung: Personenbezogene Daten anonymisieren, bevor sie an KI-Tools gehen.
Praktische Umsetzung
1. Bewusste Tool-Auswahl
Nutzt nur Tools, bei denen Herkunft, Funktionsweise und Datenverarbeitung nachvollziehbar sind.
2. Dokumentation
Erfasst für jedes Tool:
- Name und Einsatzzweck
- Betroffene Kundendaten
- Auswirkungen auf Kunden
- Personenbezogene Daten (ja/nein)
3. Pragmatische Risikobewertung
Vereinfachte Formate reichen für KMU. Wichtig ist die strukturierte Durchdenkung – nicht die Form.
4. Offene Kommunikation
Transparenz schafft Vertrauen – den größten Wettbewerbsvorteil. Misstrauen gefährdet Kundenbeziehungen.
Fazit
Die KI-Verordnung ist für KMU umsetzbar – auch ohne eigene Rechtsabteilung. Ihr braucht:
- Einen Überblick über eure KI-Systeme
- Dokumentation von Zweck und Risiken
- Transparenz gegenüber Kunden
- Bewusstsein für Datenschutz
Mit einem strukturierten Plan wird Compliance machbar – und zum Wettbewerbsvorteil.